Steuerrecht

Was ist Steuerrecht?


Das Steuerrecht ist ein Teilgebiet des öffentlichen Rechts, zudem enthält es aber auch Bezüge zum Zivilrecht, vor allem zum Bilanz- und Gesellschaftsrecht. Die einzelnen Gebiete des Steuerrechts unterscheiden sich teilweise deutlich, dennoch stellt sich zu den verschiedenen Steuern gleich zu Beginn immer dieselbe Frage – Wer muss bezahlen? Und, was wird besteuert? Es können der Ertrag, der Besitz, der Umsatz und der Verbrauch besteuert werden. Ferner stellt sich auch die Frage, wem die Erträge zustehen. An dieser Stelle sind Bundessteuer, Gemeinschaftssteuer, Ländersteuer und Gemeindesteuer (Steuerertragshoheit) zu unterscheiden.

In Deutschland existiert in der Regel für jede Steuer ein eigenes Gesetz, wie z. B. das Umsatzsteuer- oder Kraftfahrzeugsteuergesetz. Diese „Einzelsteuergesetze“ enthalten die sogenannten Steuerentstehungstatbestände und legen demnach fest, in welchen Fällen die Steuern entstehen.

Die einzelnen Steuern können in vier Gruppen zusammengefasst werden. Zudem gehören eigentlich auch noch die Zölle für Ein-und Ausfuhren und die Einfuhrumsatzsteuer. Diese sind zum Großteil in Verordnungen der Europäischen Gemeinschaft enthalten.

  1. Verkehrssteuern

Umsatzsteuer

Kraftfahrzeugsteuer

Grunderwerbsteuer

Spielbankabgabe

Rennwett- und Lotteriesteuer

Versicherungssteuer

Feuerschutzsteuer

 

  1. Verbrauchssteuern

Branntweinsteuer

Schaumweinsteuer

Biersteuer

Zwischenerzeugnissteuer

Mineralölsteuer

Stromsteuer

Tabaksteuer

Kaffeesteuer

 

  • Substanzsteuer (vom Vermögen)

Erbschaftsteer

Kirchensteuer

Grundsteuer

 

  1. Besitzsteuern (vom Einkommen)

Einkommenssteuer

Körperschaftsteuer

Gewerbesteuer

Solidaritätszuschlag

Kirchensteuer

Recht + Steuern

Wann erwartet das Finanzamt die Abgabe der Steuererklärung?


In der Regel gilt der 31. Mai 2017 als Stichtag für die Abgabefrist der Steuererklärung. Doch mit einer guten Begründung wie Krankheit, noch fehlende Unterlagen oder Arbeitsüberlastung dürfte einer Fristverlängerung nichts im Wege stehen. Um auf der sicheren Seite zu stehen, sollte man die Fristverlängerung stets schriftlich vom zuständigen Finanzamt einholen. Wird die Steuererklärung von einem Steuerberater erstellt, gewährt das Finanzamt automatisch eine Fristverlängerung (31. Dezember). Wird ein Steuerberater zum ersten Mal beauftragt, sollte man das Finanzamt umgehend schriftlich darüber informieren, um zu vermeiden, dass eventuell bis zum 31. Dezember Mahnungen (Verspätungszuschlag) eingehen oder man gar einen Schätzungsbescheid zugeschickt bekommt.

Wann greift der Finanzminister dem Steuerzahler unter die Arme?


Bei einer doppelten Haushaltsführung, wenn man z. B. aus beruflichen Gründen gezwungen ist, eine Zweitwohnung zu beziehen, hat man die Möglichkeit die Kosten für die Anmietung einer Extra-Unterkunft von der Steuer abzusetzen. Vom Finanzamt werden dabei Belege und Quittungen akzeptiert, allerdings sind dafür gewisse Bedingungen zu erfüllen. Welche das sind, ist im Einkommensgesetz Paragraf 9 Absatz 1 Satz 3 Nummer 5 zu finden. Kosten die miteinfließen sind z. B. Umzugskosten, Kosten der Zweit-Unterkunft (bis maximal 1000 Euro im Monat), Fahrtkosten, Verpflegungskosten, etc. Eventuell lässt sich auch eine neue Einrichtung komplett absetzen. Fragen Sie Ihren Steuerberater.

Steuer beim Hausverkauf


Entscheidet man sich für den Verkauf eines Hauses oder einer Eigentumswohnung, verlangt der Fiskus in der Regel eine Steuerzahlung für den getätigten Verkauf, da es sich bei dem Erlös um einen Gewinn aus privaten Veräußerungsgeschäften handelt. Dennoch gelten auch hier bestimmte Sonderregelungen, nach denen man weniger oder gar keine Steuern zahlen muss. Liegen zwischen dem Bau oder dem Kauf eines Hauses und der Veräußerung mehr als 10 Jahre (Spekulationsfrist), muss man keine Steuer zahlen. Maßgebend ist das Datum der Beurkundung der Kaufverträge. Die Pflicht zur Steuerzahlung kann in der Spekulationsfrist ebenfalls entfallen, wenn man das Haus selbst genutzt hat.