Rechtsschutz

Rechtsschutzversicherung – Was sollte man beachten?


Um für einen Streit, der juristisch geklärt werden muss, richtig gewappnet zu sein, hilft eine gute Rechtsschutzversicherung. Doch was sollte man auf der Suche nach dem richtigen Anbieter und einem günstigen Tarif beachten?

Rechtsschutzversicherung – die verschiedenen Bereiche


Grundsätzlich sollte man beim Gespräch mit dem Versicherungsvertreter den eigenen Bedarf abklären. Wohnt man in einer Eigentumswohnung braucht man keinen Mietrechtschutz, beziehungsweise lebt man in einer Mietwohnung, benötigt man sicherlich auch keinen Vermieterrechtsschutz.

Die meisten Normalbürger wohnen allerdings in einer Mietwohnung, stehen in einem Arbeitsverhältnis und besitzen einen eigenen Pkw. Somit sollte das Rechtsschutzbedürfnis mit Akzent auf diese drei Teilbereiche abgestimmt werden.

Einen Mietrechtschutz braucht man, wenn wegen Eigenbedarfs die Mietwohnung gekündigt wird, oder wenn man selbst Mietminderungsansprüche geltend machen möchte, zum Beispiel, weil die Wohnung von Schimmel befallen ist. Einen Rechtschutz braucht man auch, wenn es zu einem Verkehrsunfall gekommen ist und sich daraus eine rechtliche Auseinandersetzung ergibt.

Besonders wichtig gestaltet sich auch der Arbeitsrechtsschutz für den Arbeitnehmer. Ist er von einer Abmahnung oder Kündigung bedroht, wird fristlos oder betriebsbedingt entlassen, so kann die Rechtsschutzversicherung an dieser Stelle eingreifen und dem Betroffenen Sicherheit geben, wenn es darum geht ruhigen Gewissens in einen Prozess einzutreten, ohne befürchten zu müssen, dass einen die Anwalts- und Prozesskosten überrollen. Denn oft fallen Tausende Euro an Kosten für einen Anwalt an.

Einen Rechtsschutz gibt es für familienrechtliche Probleme im Sinne eines Familienrechtsschutzes, mit dem sich Fragen der Ehescheidung, des Sorgerechtes oder des Erbrechtes überprüfen können, nicht. In den AGBs der Rechtsschutzversicherer liest man zumeist, dass lediglich eine Erstberatung gestellt wird, es sei denn, man ist bereit enorme Versicherungspolicen zu bezahlen.

Genauso ist es auch mit dem Strafrechtsschutz. Um zu vermeiden, dass sich Versicherer für geplante Verbrechen einen Anwalt von der Rechtsschutzversicherung bezahlen lassen, scheidet von vornherein der Rechtsschutz bei vorsätzlichen Straftaten aus. Dies betrifft die meisten Strafrechtsbereiche, wie zum Beispiel auch den des Betruges.

Ferner können auch Immobilien und Grundstücke rechtsschutzversichert werden. Hierfür spielen zunächst die Art und Nutzung des Gebäudes die entscheidende Rolle. Wer möchte, kann zudem seinen Stellplatz oder die Garage mitversichern lassen. Sowohl Eigentümer, als auch Mieter können sich rechtsschutzversichern lassen.

Ein Rundum-Schutz muss nicht unbedingt für jeden notwendig sein, denn nicht jeder muss gleich für alles gewappnet sein. Man kann eine Kombination der genannten Bereiche wählen, denn die meisten Verträge funktionieren nach dem Baukastenprinzip.

Punkte, auf die bei einem Vergleich zwischen den Rechtsschutzversicherungen, geachtet werden sollte:

  • Inland und Ausland – ist man oft im Ausland unterwegs, sollte man auf den Gültigkeitsbereich des Schutzes achten.
  • Kündigungsfrist – wird die gesetzte Frist nicht eingehalten, wird die Versicherung automatisch verlängert.
  • Versicherungssumme – auch bei hohen Streitwerten, sollte die Versicherungssumme die entstandenen Kosten abdecken können. Zumeist ist diese auch unbegrenzt.
  • Umfangreiche Rechtsberatung
  • Der Versicherte sollte die Möglichkeit haben, die Schlichtungsstelle in Anspruch zu nehmen.
  • Die ausgeschlossenen Rechtsangelegenheiten müssen aus dem Vertrag genau hervorgehen und alle aufgelistet sein.
  • Zumeist besteht eine dreimonatige Wartezeit, bis die Rechtsschutzversicherung aktiv wird.

Kosten für eventuell laufende Streitigkeiten oder, die vor dem Versicherungsabschluss entstanden sind, werden nicht abgedeckt.

Was kostet ein Rechtsschutz?


Wer nach einem Schutz sucht, wobei sich die Police nicht als völlig löchrig entpuppt, muss mit etwa 300 bis 350 Euro pro Jahr rechnen. Günstiger fällt der Beitrag aus, wenn man ihn jährlich einzahlt oder eine Selbstbeteiligung vereinbart.